Hunsrücker Platt

 
 

Chronik zum 700-jährigen Bestehungsfest

 von Hundheim

von Gerhard und Helga Hollenberg

Wir folgen einer kleinen geschichtlichen Zeitreise der Familien Claas und Schneider – Berg in Hundheim und Familie Claas – Hollenberg in Mühlheim an der Ruhr.

Immer wieder beschäftigte uns die Familiengeschichte „ Claas “.

Ihren Ursprung finden wir hier in Hundheim, ein kleines beschauliches Dorf im Hunsrück.
Die Familiengeschichte Claas in Hundheim läßt sich über viele Jahrzehnte zurück verfolgen, auch Dank der Unterstützung durch Dietmar und Achim Berg.
Am 1. Mai 1865 wurde mein Großvater „mütterlicherseits“ Friedrich Claas hier in Hundheim, Dorfstraße 18, geboren.

Hundheim Dorfstraße 18 (April 2010)

Er verließ gegen Ende de 19. -ten Jahrhunderts, zwischen ca. 1885 und 1890 Hundheim, und veränderte sich nach Mühlheim an der Ruhr, um dort als Eisenbahner tätig zu sein.
Seine Eisenbahnerlaufbahn endete in den 1930er Jahren als Reichsbahnoberschaffner.

Friedrich Claas (ca. 1916)

Mein Großvater Friedrich Claas, heiratete am 18. November 1893 Anna Dresen, gebürtig aus einer Mühlheimer Schifferfamilie, vor dem königlich – preußischen Standesamt „Broich zu Mühlheim an der Ruhr“.

Tochter Anna wurde am 29. Juli 1909 in Mühlheim an der Ruhr geboren, hier wuchs sie mit mehreren Geschwistern auf. Ihr Vater Friedrich Claas, starb am 26. Mai 1939 in Mühlheim an der Ruhr.
 

Anna Hollenberg geb. Claas

Meine Mutter Anna geb. Claas, heiratete Wilhelm Hollenberg Jahrgang 1904, er starb als Lokführer der Deutschen Reichsbahn im Kriegseinsatz bei einem Tieffliegerangriff auf seine Lokomotive am 22. Juli 1944 bei Stryi - Lemberg in der Ukraine.
Meine Mutter verstarb am 17. Oktober 2001.

Meine Mutter „Änne“ hatte als Tochter von Friedrich Claas fünf Cousinen ersten Grades im Hunsrück:
Es waren meine Tante Lina in Hundheim, Tante Anna in Külz, Tante Marie in Alterkülz, Tante Frieda und Tante Klara in Wüschheim.
Sie alle sind ihrer Heimat, dem Hunsrück treu geblieben und verbrachten ihr Leben in oben genannten Dörfern.
Sie fühlten sich hier geborgen und der Landwirtschaft verbunden.

So vergingen viele friedliche Jahre – bis zum Beginn des 2. Weltkrieges.
Wegen der stark zunehmenden Bombardierungen des Ruhrgebietes, reiste meine Mutter mit mir und meinem Bruder Heinz jetzt des öfteren zum Hunsrück. Wir wohnten und lebten in oben genannten Dörfern, zum größten Teil aber in Hundheim bei Familie Claas – Schneider.

Besser Landluft die hungrig macht,
als durch Bomben umgebracht !


Die Versorgung war hier sichergestellt und es fielen keine Bomben. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden diese Besuche fortgesetzt, jetzt immer zur Zeit der großen Schulferien bis zum Beginn der 1950-ziger Jahre.

Als Schüler mittlerweile zu dieser Zeit,
begann intensive fleißige Landarbeit !


Bedingt durch die Kriegszerstörungen der gesamten Infrastruktur dauerte die erste Anreise zum Hunsrück im Sommer 1945 sage und schreibe 3 Tage.
Wir fuhren auf offenen Güterwagen von Kohlezügen mit stundenlangen Wartezeiten auf Abstellgleisen in Güterbahnhöfen. Auf angehaltenen LKW`s ging es auch nur vor und zurück.
Improvisierte Übernachtungsmöglichkeiten auf Strohlagern und in Luftschutzbunkern, die jetzt als Nachtherberge dienten, wurden dankend angenommen.

Erlebnis bei der Rückreise:
Mit der Hunsrückbahn von Bell nach Boppard.
Während der Umsteigewartezeit wurde unsere Mutter von einem französischen Kommando verhaftet und abgeführt. Mein Bruder Heinz ist dann etwas später der Sache nachgegangen.
So stand ich nun als 8-jähriger alleine mit sämtlichem Gepäck und den freundlicherweise mitgegebenen Naturalien auf dem Bahnsteig. Im Laufe des Tages kehrten Mutter und Bruder zurück. Es handelte sich angeblich um ein Versehen.
Heute kann man sagen: kleine Schikane der französischen Besatzung.

Anna Hollenberg geb. Claas, Lina Schneider geb. Claas, Gerhard Hollenberg, Lilli Berg geb. Schneider, Heinz Hollenberg, Fritz Claas, Otto Schneider

 

Anna Hollenberg geb. Claas, Lina Schneider geb. Claas, Gerhard Hollenberg, Lilli Berg geb. Schneider, Otto Schneider, Heinz Hollenberg

 

Lina Schneider geb. Claas, Heinz Hollenberg, Otto Schneider

 

Junge: unbekannt, Edmund Hebel, Helmut Hebel, Lina Schneider geb. Claas, Fritz Claas, Maria Schneider geb. Claas, Lilli Berg geb. Schneider, Anna Hebel geb. Claas

 

Eine weitere Schilderung der Abläufe in Hundheim folgen nun in Versform:

Lilli Schneider mit „Claas“ verwandt,
lebte friedlich im Familienverband.
Willi Berg, im Hause Schneider wohl bekannt,
bemühte sich erfolgreich um Lilli`s Hand.
Eine Hochzeit mit Lilli, das wäre schön
es sollte in Erfüllung geh`n.

Dietmar und Achim wurden geboren,
sie wuchsen auf – gut behütet und ohne Sorgen.
So ging auch in all den Jahren
der Kontakt zu Lilli und Willi nie verloren.

Viele schöne Stunden wurden gemeinsam verbracht,
auch einige Touren ausgedacht.
Dies alles bleibt in stetiger Erinnerung, so entstand – wie vorher schon,
eine herzliche Verbindung zur heutigen Berg – Generation.

Ob in Hundheim oder Holzbach,
hier sind wir stets willkommen.
In gemütlicher Runde so manches erzählt,
und öfters auch mal die Geschichte von „Claas“ gewählt.

Nun verfolgten Dietmar und Achim ein Ziel,
eine Ahnentafel zu erstellen, uns brachte das viel !
Mit Mühe und großem Zeitaufwand
wurde alles dokumentiert – vom Computer auf CD gebrannt.

Wir wünschen uns noch viele schöne Stunden mit Euch,
wünschen das es so bleibt,
noch viele Jahre auf LANGE ZEIT !

Gerhard Hollenberg und Willi Berg (Mai 2005)

Bei allen meinen Besuchen in Hundheim gehören Spaziergänge durchs Dorf und der reizvollen näheren Umgebung immer zum Programm.

Erlebnisse, wie die sommerliche Arbeit auf den Feldern und die Erinnerung an das frühere Leben im Ort sind unvergessen.

Die verwandtschaftlichen Verbindungen die aus dem Hause „Claas“ und „Schneider – Berg“ hervorgegangen sind, haben sich über Generationen bis heute erhalten.

Diese Chronik wurde erstellt zum Anlass des „700 – jährigen Bestehens“ des Dorfes Hundheim im Hunsrück im Juni 2010 unter Mithilfe von Gerhard und Helga Hollenberg, Duisburg.


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